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Und nun ist die Macht an sich böse, gleichviel wer sie ausübe.
Sie ist kein Beharren, sondern eine Gier und eo ipso unerfüllbar,
daher in sich unglücklich und muß also andere unglücklich machen.
Unfehlbar gerät man dabei in die Hände sowohl ehrgeiziger und
erhaltungsbedürftiger Dynastien als einzelner 'großer Männer' usw.,
das heißt solcher Kräfte, welchen gerade an dem Weiterblühen der
Kultur am wenigsten gelegen ist.

Jacob Burckhardt - Weltgeschichtliche Betrachtungen, S. 73
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Demokratur
geschrieben von: cassiel (IP-Adresse bekannt)
Datum: 08.06.2006 11:59

Absolut lesenswerter external link Artikel im external link Schwerdtfeger weblog über das Ansinnen "unserer" Volksverteter die Lohnsklaven ihrer Länder mal wieder über den Tisch zu ziehen. Zwecks Archivierung im Volltext:

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Wie würde man das finden, wenn vertreter eines staatssystemes, das sich als »demokratisch« betrachtet und bezeichnet, eine abstimmung, deren ergebnis ihnen nicht so recht gefällt, so lange wiederholen lassen, bis das ergebnis wieder passt. Und anschließend in weihevollen sonntagsreden vom volxwillen und demokratie sprächen. Demokratisch? Wohl kaum. Das wort wäre ein hohn.

Wenn ich dem focus glauben darf — und der hat ja nicht gerade das selbstverständnis, ein satire-magazin zu sein —, denn ist genau das der demokratie-begriff unserer derzeitigen frau bundeskanzlerin Angela Merkel und ihres französischen komplizen Jaques Chirac:

Zweite chance für die EU-verfassung

Gemeint ist diese EU-verfassung, die von der französischen bevölkerung dankenswerterweise in einer demokratischen abstimmung abgelehnt wurde. Da ist also nicht irgendein »prozess ins stocken geraten«, wie das lokus der focus hier die propaganda dieser niederträchtigen lumpen wiederkäut, sondern ein verfassungsentwurf in einem demokratischen verfahren gescheitert, weil das offenbar nur zum schein befragte volk tatsächlich einem willen ausdruck verschafft hat. Und das gefällt der p’litischen kaste nicht, also wird die abstimmung eben so lange wiederholt, bis das ergebnis der abstimmung endlich wieder gefällt. Warum eigentlich nicht gleich so eine farce von wahl wie in der ehemaligen DDR, das kennen sie doch noch aus ihren jugendjahren, in denen sie offenbar vieles von ihrem p’litischen handwerk gelernt haben, frau Merkel? Falten und einwerfen, eine ganz einfache form der bürgerbeteiligung, die nicht zu einer destabilisierung durch unerwartete ergebnisse führt. Hat doch viele viele vorteile, vor allem für solche antidemokratischen elemente, wie sie und ihr fragwürdiger französischer kumpan es sind. :mrgreen:

Was glauben sie wohl, ob man die etwas aufgeweckteren menschen in frankreich genau so verarschen kann wie sie es jeden tag mit den etwas schlafmützigen menschen in deutschland tun? Probieren sie es doch einfach mal aus! Offenbar wollen sie noch ein bisschen mehr radikalisierung und einen aufstand derer, die nicht viel mehr zu verlieren haben als ihre angst und ihre ketten. Immer nur zu! Wir sind bereit. :evil:



Thema geschrieben von Datum/Zeit
    Demokratur cassiel 08.06.06 11:59


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